Verbindungsleben
Die DIDO besteht aus zwei Generationen von Mitgliedern: der Aktivitas und den Altdamen.
Die Aktivitas umfasst die Schülerinnen, die aktuell die EMS Schiers besuchen. Sie gestalten und organisieren den Verbindungsalltag, führen Sitzungen durch und prägen das aktive Leben der Verbindung.
Die Altdamen sind im VED (Verein ehemaliger Didoninnen) zusammengeschlossen. Sie bilden ein generationsübergreifendes Netzwerk, bleiben der Verbindung verbunden, unterstützen die Aktivitas im Hintergrund und pflegen untereinander den Kontakt. Manche besuchen auch weiterhin ausgewählte Verbindungsanlässe.
Zum Verbindungsleben gehört zum Beispiel der Kantus, der jeweils einmal pro Woche über Mittag stattfindet. Daneben gibt es Einfarbensitzungen nur unter Didoninnen sowie Mehrfarbensitzungen mit den anderen Schierser Verbindungen oder mit auswärtigen Verbindungen. Über das Jahr hinweg finden zudem zahlreiche Anlässe statt, beispielsweise das traditionelle Unihockeyturnier oder weitere gemeinsame Aktivitäten.
Wer der DIDO beitreten möchte, kann zunächst als Gast an mehreren Sitzungen teilnehmen. Wird einer Interessentin anschließend die Schanzwoche angeboten, hat sie eine Woche Zeit, sich auf die Taufe vorzubereiten. Dabei werden Wissen über das Verbindungsleben, Kanten (Lieder) und Allgemeinwissen geprüft.
Für viele beginnt der erste Kontakt mit der Verbindung an der Weihnachtssitzung, einem besonders beliebten Anlass, zu dem häufig neue Gäste eingeladen werden.
Eine Besonderheit der Schierser Verbindungen sind die Verbindungshütten, auf denen die Sitzungen stattfinden. Sie verleihen dem Verbindungsleben einen ganz eigenen Flair. Die Hütten werden vor allem von der Aktivitas genutzt und gepflegt. Dazu gehören Aufgaben wie Einfeuern, Putzen oder dafür zu sorgen, dass die Wasserleitungen im Winter nicht einfrieren.
Gründungsgeschichte
Ab Didone condita – Von der Gründung der DIDO
Alles begann im Frühjahr 1994. Zu dieser Zeit hatte ich als Schülerin der dritten Klasse noch kaum Berührungspunkte mit Mittelschulverbindungen. Das änderte sich, als ein Freund von mir seine Schanzwoche bei einer Schierser Verbindung erhielt.
Anfangs stand ich dem Verbindungswesen eher kritisch gegenüber. Die hierarchischen Strukturen und die traditionellen Rituale entsprachen nicht unbedingt meinem damaligen Verständnis von Gleichberechtigung. Zudem waren viele der verbreiteten Vorstellungen über Verbindungen – etwa übermäßiger Alkoholkonsum oder starre Traditionen – wenig einladend.
Mit der Zeit lernte ich jedoch mehr über diese besondere Form der Gemeinschaft kennen und wurde neugierig. Gleichzeitig fiel mir auf, dass es an der EMS Schiers zwar mehrere Verbindungen gab, diese aber ausschließlich Männern offenstanden. Aus dem Wunsch nach Gleichberechtigung entstand schließlich die Idee, eine eigene Verbindung für Frauen zu gründen.
Zunächst galt es, Mitstreiterinnen zu finden. Das war nicht ganz einfach, doch schließlich fanden sich mit Kathrin Butora (v/o Sphinx), Corinne Hofmann (v/o Fawn) und Nina Mathis (v/o Calamity) drei engagierte Mitgründerinnen. Gemeinsam begannen wir, die Grundlagen für eine neue Verbindung zu erarbeiten.
Der Weg dorthin war jedoch nicht ohne Widerstände. Nachdem unsere Pläne bekannt geworden waren, erhielten wir sogar einen anonymen Brief, der uns davon abhalten wollte, eine Frauenverbindung zu gründen. Wir ließen uns davon jedoch nicht entmutigen und arbeiteten weiter an unserem Vorhaben.
Nachdem wir uns intensiv mit bestehenden Statuten auseinandergesetzt hatten, verfassten wir unsere eigenen und präsentierten unser Projekt dem damaligen Direktor der EMS Schiers, Dr. Johannes Flury. Er zeigte sich unserem Anliegen gegenüber aufgeschlossen und unterstützte uns bei den nächsten Schritten.
In den folgenden Diskussionen wurde deutlich, dass die Gründung einer neuen Verbindung auch organisatorische Fragen aufwarf. Nach Gesprächen mit verschiedenen Beteiligten konnten schließlich Lösungen gefunden werden, und wir erhielten die Unterstützung der bestehenden Verbindungen. Besonders dankbar sind wir der Alemannia, die uns von Anfang an begleitet und unterstützt hat.
Am 24. September 1994 wurden wir zu einer Sitzung der Alemannia eingeladen, um erste Einblicke in die Verbindungsgebräuche zu erhalten. Diese Erfahrung bestärkte uns in unserem Vorhaben. Am 13. Mai 1995 fand schließlich die Gründungs-Hauptversammlung der DIDO statt.
Unsere Couleurs und Farbbänder nähten wir damals selbst – einerseits als Ausdruck unserer Verbundenheit mit der neuen Verbindung, andererseits auch, um unserer Frauenverbindung von Anfang an eine eigene Note zu geben.
In der Anfangszeit war es manchmal schwierig, geeignete Orte für Sitzungen zu finden. Häufig stellten uns die bestehenden Verbindungen ihre Hütten zur Verfügung. Wenn diese besetzt waren, wichen wir gelegentlich auf alternative Orte aus – manchmal sogar im Freien oder in einfachen Unterkünften in der Umgebung. Diese improvisierte Anfangszeit gehört bis heute zu den besonderen Erinnerungen an die Gründungsjahre der DIDO.
Scripsit Rebekka Wyss v/o Labella, 25.3.2008
